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Rohrbiegemaschinen – Der richtige Winkel für Posaune, Heizkörperrohr und Co!

Rohrbiegemaschinen sind ihres Namens entsprechend Vorrichtungen, die dazu gemacht sind, ein Rohr – beziehungsweise ein rohrförmiges Werkstück – in eine Form zu biegen. Dabei ist die Definition der Rohrbiegemaschine nicht besonders eng. Vielmehr handelt es sich bei allen Maschinen, die dazu in der Lage sind, ein rohrförmiges Werkstück aus einer geraden Form in eine gebogene Form zu überführen, um Rohrbiegemaschinen.

Ihre Einsatzbereiche erstrecken sich in der Fertigung und im Handwerk über viele Einsatzbereiche, die, entsprechend der Vielfältigkeit verwendeter Rohre in verschiedenen Größen (Durchmessern) und Materialien, kaum zu überblicken sind. Rohrbiegemaschinen gehören aus praktischen Gründen zur Standardausstattung vieler Handwerker, Monteure oder sonstiger Berufsgruppen, in denen rohrförmige Objekte verwendet werden.

Was ist eine Rohrbiegemaschine?

Eine Rohrbiegemaschine ist ein Arbeitsgerät, das abhängig von seiner Größe auch als industrielle Maschine zu bezeichnen ist. Einhergehend damit, dass die Modelle transportabel und klein oder gar riesig und stationär verbaut sein können, kann man bei diesen Maschinen in jedem Fall lediglich von Geräten sprechen, die einen festen Zweck haben. So grenzen sich Rohrbiegemaschinen von anderen Biegemaschinen meist ab, da das Biegen eines rohrförmigen Werkstücks eine andere Herangehensweise fordert als das Biegen flacher Werkstücke.

Eine Rohrbiegemaschine ist dabei aus Gründen der Umsetzbarkeit auf das Biegen rohrförmiger Werkstücke beschränkt, da das Biegen zumeist unter Aufwand kleiner Druckpunkte auf einer Achse realisiert wird. Bei flachen Werkstücken würde dies zu einer Instabilität führen. Zudem gibt es hierfür andere Biegemaschinen mit höherer Eignung.

Die zu biegenden Werkstücke müssen zudem aus einem biegsamen Material gefertigt sein. Dies trifft auf nahezu alle Metalle und Legierungen zu. Sprödes Material (Kunststoff) wird den Vorgang in einer Rohrbiegemaschine kaum überleben, erfordert aber auch den Einsatz derselben nicht. Schließlich kann bei Kunststoffrohren davon ausgegangen werden, dass diese in Form produziert werden können.

Eine Rohrbiegemaschine dient dem Realisieren von Biegungen auf bis zu drei Ebenen:
Dem einfachen Biegen in einem einzigen Winkel, der bogenförmig an einer Stelle des Werkstücks realisiert wird; dem mehrfachen Biegen in einer Ebene, wobei die Biegungen meist durch eine Führung des Werkstücks an der Biegevorrichtung realisiert werden können; dem Biegen in drei Dimensionen, das das Erstellen komplizierter Figuren aus einem einzigen Werkstück ermöglicht, wobei dies durch kompliziertere Maschinen und Programmiervorgänge realisiert ist.

Eine Rohrbiegemaschine kann somit unterschiedlich komplex sein. Vereinfacht gesprochen gibt es Modelle, die mit rein mechanischer Kraft, welche durch den Benutzer ausgeübt wird, ein Rohr über einen bestimmten Punkt hinweg biegen und solche Maschinen, die hochkomplexe Biegevorrichtungen mit Rollen in mehreren Ebene aufweisen, wobei der Druck für die Biegung oftmals über Hydraulik realisiert wird. Dazwischen gibt es noch viele andere Formen, die auch unterschiedliche Biegeverfahren (dazu später mehr) anwenden.

Arten von Rohrbiegemaschinen

Rohrbiegemaschinen reichen von manuell betriebenen und mobilen Geräten bis hin zu einer vollautomatischen, programmierbaren, stationären Vorrichtung. Die Art der Rohrbiegemaschine ist abhängig vom Verwendungszweck. So eignen sich für das schnelle Zubiegen kleiner und mittelgroßer Rohre (beispielsweise bei der Montage von Heizkörperleitungen) durchaus mobile Geräte.
Größere Teile, die in Massen gefertigt werden müssen, können mittels einer programmierbaren und halbautomatisch oder automatisch arbeitenden Maschine besser produziert werden. Auch lassen sich feingliedrigere Biegungen besser realisieren, wenn die Maschine durch Vorprogrammierung einen genauen Biegewinkel erhält.

Es lässt sich festhalten, dass Hersteller ihre Rohrbiegemaschinen derart klassifizieren, dass ihr Anwendungszweck zu erkennen ist. So spricht man durchaus von „Armaturenrohrbiegemaschinen“, wenn es um mobilere Geräte für das schnelle Zubiegen von Wasser- oder Heizleitungen geht. Auch spielen Bezeichnungen wie „hydraulisch“ oder „halbautomatisch“ eine Rolle und geben Auskunft darüber, ob es sich um ein Gerät für den seriellen Industriegebrauch oder für das gelegentliche Nutzen im Handwerk handelt.

Weiterhin ist auch auf den Durchmesser, der als Maximaldurchmesser für die Werkstücke zumeist in „D = XXmm“ angegeben wird, zu achten. Schließlich haben Rohrbiegemaschinen eine begrenzte Kapazität. Es verhält sich so, dass es Rohre gibt, deren Durchmesser zu weit ist, um sie präzise mit einer solchen Maschine biegen zu können. Zumindest sind mitunter große Kräfte und stabilisierende Elemente notwendig.
Umgekehrt verhält es sich so, dass sehr dünne Rohre besser per Handarbeit gebogen werden können. Dies gilt insbesondere dann, wenn es zu Überkreuzungen kommen soll.

Elektrische Rohrbiegemaschinen zeichnen sich dadurch aus, dass ein Vorgang dank einer Speichermethode im Gerät beliebig oft reproduziert werden kann. Das Einstellen der Maschine beschränkt sich so auf das fachgerechte Einbringen des Werkstücks. Weitere Einstellungen entfallen zumeist, da ein Computerprogramm die Maschine einzustellen vermag. Entsprechend sind elektrische und automatische Rohrbiegemaschinen ideal für Stätten, in denen gleiche Werkstücke in höherer Anzahl produziert werden müssen.

Entsprechend muss auch niemand im Umgang mit der Rohrbiegemaschine eingewiesen werden. Schließlich erfordern das bloße Einlegen der Werkstücke in die Maschine und das Starten des Biegeprozesses keinerlei Fachkenntnisse.

Das Biegen – Praktische Anwendungsbeispiele

RohrbiegemaschineEine Rohrbiegemaschine erfüllt viele Zwecke. Dies hängt damit zusammen, dass die Materialien, die gebogen werden können, Stahl, Kupfer, usw. umfassen. Auch alle Legierungen der angesprochenen Stoffe können gebogen werden.

Die häufigste Anwendung findet sich im passgenauen Anfertigen von Rohrstücken, die für etwaige Versorgungsleitungen verwendet werden. Hierunter fallen Bewässerungssysteme, Gasleitungen, aber auch Kühlflüssigkeitsleitungen in Flugzeugen usw.
Die gebogenen Rohrteile kommen überall dort zur Anwendung, wo ein Realisieren der Funktionalität über gerade Strecken nicht möglich ist – dies ist praktisch immer der Fall. Besonders gut verarbeitete Rohrsysteme können platzsparend sein und dennoch keine Einbrüche in ihren Leiteigenschaften erfahren.

Weiterhin können gebogene Rohre auch dekorative oder stützende Funktionen haben. So werden sie etwa auch für die Montage von Schildern und Ähnlichem verwendet. Gleichzeitig finden sich gebogene Rohrteile auch in Brückengeländern, Stützen für Baugerüste, Poller, Fahrradständer und ähnliche Objekte in öffentlichen Raum und bei vielem mehr.
Es ergibt sich mit gebogenen Rohren auch eine große Gestaltungsmöglichkeit: Schließlich sind gebogene Formen im ästhetischen Sinne harmonischer. So können auch funktionale, außen sichtbare Teile optisch aufgehübscht werden.

Gebogene Rohre sind zudem eine wichtige Komponente im Instrumentenbau. Gerade Blechblasinstrumente verfügen häufigst über gebogene Rohre, die nicht nur der Tonbildung, sondern auch der Kompaktheit des Instrumentes dienen. Das fachgerechte und schonende Biegen von Rohren (oftmals Kupfer) ist dabei die Garantie für ein gutes Klangbild.

Gebogene Rohrteile finden sich praktisch überall, was die Notwendigkeit von Rohrbiegemaschinen erklärt. Es ist zwar in den meisten Fällen möglich, eine Biegung mittels mechanischer Gewalt unter Zuhilfenahme anderer Werkzeuge zu realisieren, aber die Ergebnisse sind weder genormt, noch können sie in der Qualität mit maschinell gebogenen Rohren mithalten. Ausnahmen bilden hier einzig die Rohrbiegevorgänge, die aufgrund der Feinheit des zu biegenden Materials nur per Hand zu bewerkstelligen sind.

Es ist beim Biegen mit einer Rohrbiegemaschine nicht zwingend notwendig, dass die Rohre einen kreisförmigen Durchschnitt aufweisen. Auch ovale, leicht abgeflachte oder gar kantige Rohrstücke können in der Regel gebogen werden, insofern die Maschine passend ausgerüstet wird. Dies umfasst die richtigen Formteile usw.

Die verschiedenen Arten des Biegens, die mit einer Rohrbiegemaschine zu realisieren sind

Beim Rohrbiegen sind mehrere Ebenen zu unterscheiden. Zum einen werden die rein mechanischen Aspekte betrachtet. Zum anderen gibt es zwei Arten des Rohrbiegens, die jeweils als Modus verstanden werden können: Das Kaltbiegen und das Warmbiegen.
Das Kaltbiegen bezeichnet alle Biegeverfahren, in denen auf eine Erhitzung des zu biegenden Werkteils verzichtet wird, sodass sich das Biegen durch eine rein mechanische Verformung ausführen lässt. Es ist in diesem Falle so, dass die gesamte Belastung auf einem an sich steifen Material liegt, das einzig durch Druck- und Zugkräfte verformt wird.

Anders sieht dies beim Warmbiegen aus. Hier wird mittels Induktion das Werkstück an der Biegestelle so weit erhitzt, dass eine leichtere Verformung zu bewerkstelligen ist. Eine Rohrbiegemaschine, die das Warmbiegen leisten soll, muss entsprechend ausgerüstet sind. Das Warmbiegen birgt den Vorteil, dass das Material weniger belastet wird, da erwärmte Metalle Zug- und Druckkräften besser standhalten können.

Als erstes Biegeverfahren ist das Rotationszugbiegen zu nennen. Bei diesem Kaltbiegeverfahren wird das Werkstück in die Rohrbiegemaschine eingelegt. Es verhält sich hier so, dass das Werkstück gewissermaßen um die Biegeachse gezogen wird, wobei eine Seite stabilisiert wird, um ein komplettes „Rundbiegen“ des Werkstücks zu verhindern.

Das Zugrotationsbiegen ist besonders präzise, da es den Biegevorgang in einer durchgehenden Bewegung durchführt. Dabei wird wahlweise eine recht enge Biegestelle erzeugt: Das gebogene Rohr weist keineswegs einen gleichmäßig verlaufenden Radius auf, sondern wird viel eher „eckig“ gebogen. Zur Stabilisierung des Biegepunktes kann es nötig sein, von einem sogenannten Dorn Gebrauch zu machen. Dieser wird in das Rohr eingeführt und stützt die Biegestelle während des Prozesses.

Aber auch ästhetisch ansprechende, harmonische Biegungen werden realisiert. Dies ist maßgeblich davon abhängig, welches Biegewerkzeug eingesetzt wird. So ist die Auswahl der haltenden Materialien und des Stücks, um welches herum das Rohr gebogen wird, entscheidend für die Ergebnisse. So wird die Form des Stücks, um welches das Rohr gezogen wird, nahezu identisch im Ergebnis übernommen.

Das Rotationszugbiegen ist die häufigste Art des Rohrbiegens und wird auch entsprechend durch viele Rohrbiegemaschinen ausgeführt.

Das Pressbiegen ist als besonders leichtes Biegeverfahren zu bezeichnen. Hier wird das Werkstück gewissermaßen gegen einen Widerstand, der zugleich den Biegewinkel bildet, gepresst. So kann etwa ein Werkstück verklemmt werden, wobei an der gewünschten Stelle der Widerstand (und Winkel) angebracht wird. Das andere Rohrstück wird mittels Gewalt gegen den Widerstand gepresst. Dadurch ergeben sich zwei Dinge: Zum einen wird das Biegen auf einfachste Weise durchgeführt. Zum anderen wird an der Biegestelle ein sehr starker Druck ausgeübt, der stets zu einer Ovalisierung der entsprechenden Stelle führt.

Das Rollbiegen macht sich hingegen die gebündelte Kraft von Druck und Gegendruck zunutze. So wird das Werkstück gegen Rollen gepresst, welche wiederum – zumeist handelt es sich um drei Rollen – durch ihre drei Auflagepunkte den Biegewinkel definieren. Sie werden ebenfalls gegen das Werkstück gepresst, wobei dieses auch an den Rollen vorbei bewegt wird – oder umgekehrt. Entsprechend lassen sich so vor allem weitläufige und besonders ebenmäßige Winkel realisieren, die kaum spitz ausfallen. Größere Bögen werden so gut hergestellt.

Das Warmbiegen mittels Induktion wird meist angewendet, wenn es darum geht, größere Rohre zweckmäßig zu biegen. Dies ist beispielsweise bei Pipelinerohren der Fall. Es geht hier nicht um geschwungene und durchgängige Kurven, sondern lediglich um das Herstellen eines Winkels, der das Verlegen des Rohres ermöglicht.

Es ist dabei zwischen dem freien und dem formgegebenen Biegen zu unterscheiden. So handelt es sich beim freien Biegen um Verformungsprozesse, die maximal um einen Auflagepunkt – einen Widerstand – herum verlaufen, wobei beide Enden des Rohres ausreichend fixiert sein müssen. Bei diesen Biegeverfahren kann das innere des Rohres problemlos stabilisiert werden, da ein Einführen eines Dorns an die gewünschte Stelle vorher erfolgen kann.

Das formgegebene Biegen ist hingegen dadurch definiert, dass das Rohr in eine Form hineingepresst wird, wobei dies nicht so zu verstehen ist, dass es etwa in eine komplette Bogenform gepresst würde. Vielmehr handelt es sich bei den Formen um  einen Teil, der den Biegewinkel definiert (bogenförmig) und ein oder zwei „Schienen“, welche sicherstellen, dass die Schenkel des Rohres sich nicht verformen. Mit diesem Verfahren sind die Kreisbögen und ähnliches besser zu realisieren. Allerdings ist ein Stützen von innen nur bedingt möglich, da auf das gesamte Rohr Druck ausgeübt wird.

Es gibt noch weitere Biegeverfahren, die unter anderem Füllungen der Rohre beinhalten. Diese stellen aber Sonderfälle dar und sind von den Verwendern von Rohrbiegemaschinen selbst zu eruieren.

Der Einfluss des Biegens auf das Werkstück

Das Werkstück wird beim Biegen enormen Belastung ausgesetzt. So spielen viele Faktoren für die Haltbarkeit des Rohrstückes eine Rolle. Es ist so, dass größere Wanddicken im Allgemeinen als Vorteil zu betrachten sind, da sie mehr gezogen werden können. So können mit dickeren Rohren Bogenformen besser mit einer Rohrbiegemaschine realisiert werden.

Dünnere Wände eignen sich hingegen besser für eckigere Biegungen. Der Vorteil bei dünneren Wänden liegt darin, dass das Material, welches ja an einer Seite gestaucht werden muss, nicht zu erheblichen Verdickungen führt. Diese beeinträchtigen die Qualität eines flüssigkeits- oder gasführenden Rohres erheblich. So ergibt sich auch, dass dickere Wände umso nachteiliger an der gestauchten Seite ausfallen, desto enger der Biegewinkel ausfällt.

Entsprechend gibt es optimale Wanddicken, die aus dem gewünschten Biegewinkel und dem Durchmesser des Rohres resultieren. So steigt die Toleranz einer Verdickung an der gestauchten Stelle mit steigendem Durchmesser des Rohres an. Umgekehrt ist eine steigende Dicke auch ab einem gewissen Biegewinkel – materialabhängig! -notwendig, da es ansonsten zu dünnen, instabilen oder gerissenen Rohrteilen kommen kann.

Die Problematik von zu gestauchten Rohrbiegungen kann auch dadurch umgangen werden, dass mittels Induktion eine Erhitzung stattfindet, die ein anderes plastisches Verformen ermöglicht – so etwa ein Nachaußenziehen der erhitzten Massen zum Verdicken des Rohres nach außen hin.

Auch kann dadurch optimiert werden, dass die Biegestelle nicht rund belassen wird, sondern in eine ovale oder ähnliche Form überführt wird. Rohrbiegemaschinen können dies, indem die richtigen Formteile verwendet werden. Dabei müssen die Formteile bereits die später gewünschte Form aufweisen, so dass das Rohr während des Biegevorganges in diese Form gepresst wird. Auch hier kann ergänzend mit einem Dorn gearbeitet werden.

Der Rückfederungswinkel

Alle Materialien, die sich plastisch verformen lassen, weisen einen Rückfederungswinkel auf. Es handelt sich hierbei um den Winkelbetrag, den das Werkstück nach Entnahme aus der Fixierung durch die Rohrbiegemaschine einbüßen wird. Dieser Rückfederungswinkel ist bei allen metallischen Werkstücken vorhanden und lässt sich mit einiger Erfahrung vorhersagen – oder über Versuche und Eintragungen in eine Datenbank ermitteln. Dabei ist er abhängig vom genauen Material, der Länge und der (Wand-)Dicke des Rohrstücks.

Bei der Arbeit an einer Rohrbiegemaschine muss der zu erwartende Rückfederungswinkel also beachtet werden, was effektiv in einem leicht zu weitem Winkel resultiert. Entsprechend wird das Werkstück immer geringfügig überbogen.

Gleichzeitig weisen metallische Werkstücke einen minimalen Winkel auf, um den gebogen werden muss, um überhaupt einen Effekt zu erzielen. Dies bedeutet, dass sehr schwache Bogenwinkel (beispielsweise ein oder zwei Grad auf einem halben Meter) kaum zu realisieren sind. Schließlich würde sich diese geringe Biegung auch mit dem Rückfederungswinkel decken.

Rückfederungswinkel können durch ein Probebiegen ermittelt werden. Die meisten Materialien verkraften ein geringfügiges hin- und herbiegen gut.

Das Bedienen der Rohrbiegemaschine: Das Programmieren und Einstellen

Bei den meisten Rohrbiegemaschinen handelt es sich um solche Modelle, die ohne Weiteres als halb- oder vollautomatisch zu bezeichnen sind. An ihnen wird vorab mittels eines Computerprogrammes eingestellt, in welche Richtung sich der Biegevorgang bewegen soll. Entsprechend übernimmt die Rohrbiegemaschine die Justierung der Halterungen, des Biegewiderstandes usw.

Die Programme basieren zumeist auf Windows und sind mit einer graphischen Maske auch für Laien nutzbar. Es ist nicht zwingend notwendig, die Programmierung über eine Befehlskonsole durchzuführen; vielmehr gibt die Maske bereits alle Parameter vor, die lediglich um die gewünschten Beträge ergänzt werden müssen.

Viele Programme können zudem mit einer (schematischen) Darstellung aufwarten, die das Rohrstück vor und nach dem Biegen zeigt. Entsprechend kann so weiter geplant werden. Die verschiedenen Programme mehrerer Maschinen können auch verknüpft werden, um den gesamten Bearbeitungsgang eines Werkstücks darzustellen. Insofern tragen Rohrbiegemaschinen ebenfalls zur Automatisierung im Betrieb bei.

Dabei beschränkt sich die eigentliche Vorbereitung der Rohrbiegemaschine seitens des Bedienenden auf das richtige Ausrüsten des Gerätes. So müssen die richtigen Halterungen usw. angebracht werden. Die Passformen für alle Formen des formgegebenen Biegens müssen dem Rohr entsprechend ausgewählt werden. Komplette Flexibilität durch universal nutzbare Teile ist nicht gegeben. So gibt es für diverse Rohrdurchmesser diverse Teile, die eben nur Biegungen an solchen Rohren realisieren.

Das Einstellen einer Rohrbiegemaschine ist somit mit dem Auswechseln vieler Teile verbunden. Dies liegt auch daran, dass die Halterung eines Rohres stets halbrund oder ähnlich sein sollte. Ansonsten ist eine Verformung – beispielsweise bei einer zangenförmigen Halterung, die dafür flexibel einstellbar wäre – nicht ausgeschlossen. So muss das Werkstück zwingend flächig aufliegen, da ansonsten die Zugbelastung in Kombination mit dem Druck einzelner Aufliegepunkte zu einem Einknicken führen kann.

Es verhält sich beim Biegen schließlich so, dass eine Kraftverteilung auf das gesamte Werkstück angestrebt wird. Punktförmige oder kantige Aufliegepunkte wirken hingegen kraftableitend, sodass es hier zu einer Mehrbelastung – und somit zu einem Knicken oder Brechen – kommen kann.

Werden nicht kreisförmige Rohre gebogen, so ist ein Einsetzen passender Auflageflächen und Formen zwingend notwendig, damit die Form gewahrt werden kann. Andernfalls kann es zu einer starken Materialverformung kommen.

Das Bedienen einer elektronisch betriebenen Rohrbiegemaschine beschränkt sich weiterhin auf das Einschalten. Ein Justieren während des Biegens mittels der Hände wird nicht nötig sein. Die Entnahme des Werkstücks erfolgt manuell.

Dabei wird die aufgewendete Kraft in der Regel durch die Elektronik oder Hydraulik bereitgestellt. Eine entsprechende Energieversorgung kann einen Transformator bedingen.
In seltenen Fällen handelt es sich bei (kleinen) Rohrbiegemaschinen auch um Modelle, die mittels mechanischer Kraft bedient werden. Konkret bedeutet dies, dass der Anwender die Arbeit leistet, beispielsweise über ein Fußpedal (vergleiche mit einer Nähmaschine) oder über ein Drehrad. Dabei ist auch die Biegung von der Präzision des Anwenders abhängig.

Das Bedienen der Rohrbiegemaschine: Das Biegen

Der Biegeprozess lässt sich in verschiedene Qualitäten einteilen. Es gibt einfache Biegungen, mehrere Biegungen auf einer Ebene und die Möglichkeit, komplexere Formen zu biegen, wobei die Maschine entsprechende Bewegungen mit ihren Halterungen ausführen können muss.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Biegeprozessen um das Kaltbiegen in einer Ebene zum Erstellen von Bögen. So wird der Biegevorgang zumeist in einer einzigen Bewegung durchgeführt. Schließlich sorgt eine unterbrochene Bewegung seitens der Rohrbiegemaschine dafür, dass einzelne Rückfederungen während des Biegens zutage treten können, was gleichbedeutend mit einem ungenaueren Ergebnis ist.

Es ist seitens des Bedienenden nicht nötig, in den Biegeprozess einzugreifen. Seine Arbeit beschränkt sich auf das Vorbereiten der Maschine, das Einstellen der Maschine, das Einlegen des Werkstücks, das Starten der Rohrbiegemaschine und das Entnehmen des Werkstücks.

Ein Biegeprozess kann in der Regel mit ausreichend gleichen Werkstücken beliebig oft reproduziert werden, da Halterungen und Formen nicht verschlissen werden. So können Teile in Serie produziert werden. Es ist hierbei auch möglich, Einstellungen im Computerprogramm zu hinterlassen, sodass für wieder auftretende Werkteile lediglich vorgefasste Programme reaktiviert werden müssen.

Es gilt: Desto ausgefeilter die Programmierung einer Rohrbiegemaschine ausfällt, desto besser und schneller lässt sich an ihr arbeiten, wenn unterschiedliche Werkstücke gebogen werden müssen.
Für Personen oder Betriebe, die lediglich mit einem Rohrtyp zu tun haben, können nicht automatische Maschinen durchaus genügen. Hier ist vielmehr die Genauigkeit der Einstellung – welche mit mehreren Vorgängen verinnerlicht wird – entscheidend.

Vorteile einer Rohrbiegemaschine

RohrbiegemaschineEine Rohrbiegemaschine liefert exakte Ergebnisse, wenn es um das Zubiegen von metallischen Rohrteilen geht. So lassen sich mit etwas Erfahrung und programmgestützten Anwendungen Prozesse reproduzieren, was gleichbedeutend mit der Möglichkeit der Serienproduktion ist.

Da die Modelle vielfältig sind, gibt es für fast jeden Anwendungsbereich die passende Rohrbiegemaschine. Sie löst das Biegen per Hand – oder das Biegen mit einer anderen, nicht sachgerechten Maschine – ab und sorgt somit für ein Sicherstellen der Qualität des verarbeiteten Werkstücks.

Eine Rohrbiegemaschine ist zudem zeitsparender als jede Verformung per Hand, da sie das Werkstück in seiner Ganzheit erfasst und zumeist in einer einzigen Bewegung in Form bringt.

Das Rohrbiegen als formgebendes Verfahren findet daher in fast allen Bereichen Anwendung. Es ist eine Tatsache, dass Biegungen in Rohren obligatorisch sind, insbesondere dann, wenn es um Leitungen und ähnliches geht.
Wirklich geschulte Menschen können unter Berücksichtigung von Stauchung und Streckung des Materials zudem Prognosen zu den Fließeigenschaften der Rohre aufstellen, was zu einer besseren Planung bei der Formgebung der Rohrteile führt. Solche Prognosen sind mit der Handarbeit nur über Versuche zu erzielen, die eventuell zu Materialverschleiß und Ineffizienz führen.

Sicherheitsaspekte im Umgang mit einer Rohrbiegemaschine

Während des Biegens darf nicht in die Rohrbiegemaschine eingegriffen werden. Auch ein schnelles Zurechtrücken bestimmter Teile ist bei laufendem Betrieb zu unterlassen.
Einhergehend damit, dass es selten zu Materialbrücken kommen kann, sollte ein gewisser Abstand eingehalten werden. Schutzbrillen sind sinnvoll, da es zur Absplitterung von Lacken, einzelnen Fragmenten usw. kommen könnte. Ansonsten birgt eine Rohrbiegemaschine kaum nennenswerte Risiken, da es sich um eine mechanische Anwendung handelt, die weder chemische Reaktionen noch große Hitze (mit Ausnahme des Warmbiegens) impliziert.

Materialien, für welche eine Rohrbiegemaschine nicht vorgesehen ist, dürfen nicht in die Maschine eingesetzt werden. Dies gilt besonders für Holz, Plexiglas, diverse Kunststoffe oder spröde Metalle. Auch verrostete Werkteile dürfen nicht verwendet werden.
Es ist bei einigen Maschinen durchaus möglich, PVC zu biegen. Dies hängt aber auch von der genauen Beschaffenheit des Werkstücks ab.

Ein reißendes oder knackendes Geräusch, das sich deutlich vom sonstigen Knarzen oder Surren beim Biegen unterscheidet, ist ein Anlass dazu, die Maschine abzustellen. Es könnte sein, dass das Werkstück gerissen ist.

Weitere Sicherheitshinweise liegen dem Handbuch des Herstellers bei.

Bei allen Arbeiten, die an der Rohrbiegemaschine vorgenommen werden (Reinigung und Wartung, das Einbringen der Werkstücke), sollte diese abgeschaltet sein, insofern die Technik es zulässt. Es ist nicht notwendig, eine unter Strom stehende Maschine, welche enorme Druckkräfte ausüben kann, fahrlässig eingeschaltet zu lassen.

Das Einbringen von Werkstücken, die nicht rohrförmig sind, ist zu unterlassen. Eine Rohrbiegemaschine ist einzig auf das Biegen von rohrförmigen Teilen ausgelegt. Insbesondere massive Teile (nicht hohle Objekte) können mit einer Rohrbiegemaschine nicht gebogen werden. Es wird sich eher so verhalten, dass die Maschine durch den erhöhten Widerstand Schaden nimmt, oder das Werkstück schlicht an der am meisten belasteten Stelle bricht.

Reinigung und Wartung einer Rohrbiegemaschine

Die Reinigung einer Rohrbiegemaschine entfällt größtenteils, da kein Abrieb produziert wird. Ein oberflächliches Abstauben oder Abwischen genügen durchaus. Bedienfelder sollten mit dafür vorgesehenen Mitteln oder Sprays behandelt werden.

Beim Reinigen ist die Maschine vom Stromnetz – insofern vorhanden – zu trennen. Die Reinigung verschiebbarer oder verklemmbarer Teile muss besonders vorsichtig erfolgen. Pressformen und ähnliche Objekte sollten standardisiert aus der Maschine entnommen werden, insofern die Arbeiten mit der Rohrbiegemaschine abgeschlossen sind.

Die Wartung kann mehrere Aspekte umfassen, die abhängig vom Modell sind. So sind etwa Greifarme, Rollen usw. auf ihre Festigkeit zu überprüfen. Gegebenenfalls müssen einzelne Schrauben nachgezogen werden, um die Stabilität beim Biegen zu gewährleisten. Dabei sind stark klappernde Teile austauschbedürftig.

Die Wartung umfasst auch die Sicherstellung der Schmierfähigkeit. Die Lagerung des Werkstücks in der Rohrbiegemaschine muss schließlich derart sein, dass kaum Reibung auftritt. Bei Bewegungen einer Pressform gegen das Werkstück oder einer Bewegung des Werkstücks an sich, ist dies nicht immer möglich. Schließlich treffen Halterungen, Pressformen, Widerstände und Rollen auf das Metall. Entsprechend gibt es verschiedene Schmiermittel, die hier Abhilfe schaffen. Diese müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Auch ein vorhandener Motor bedarf einer Wartung. Je nach Technik, kann dies unter Umständen nur von Fachleuten durchgeführt werden. Viele Firmen, die Rohrbiegemaschinen vertreiben, bieten auch einen Wartungs- und Reparaturservice an.

Für genaue Angaben zur Reinigung und Wartung ist das Handbuch des Herstellers zu lesen.

Entsorgung einer Rohrbiegemaschine

Die Entsorgung einer Rohrbiegemaschine erfolgt nach den Richtlinien der jeweiligen Kommune. In der Regel schließt das eine Demontage – durchzuführen durch einen Fachmann – und eine getrennte Entsorgung der Komponenten ein. Eine Rohrbiegemaschine sollte, wie alle industriell genutzten Maschinen, dem Recycling zugeführt werden.

Eine einfache Entsorgung ist in der Regel nicht vorgesehen. Zudem ist eine noch intakte Maschine ein Sicherheitsrisiko, da sie eventuell unsachgemäß weiter verwendet werden könnte. Entsprechend ist eine Demontage absichernd.

Bei Fragen zur Entsorgung empfiehlt es sich, sich an den Hersteller zu wenden. Die Möglichkeit, dass Hersteller beim Kauf einer neuen Rohrbiegemaschine die alte entsorgen, ist oftmals gegeben.